Ein Buch, das mich als frßhere Sängerin mit ADHS wirklich berßhrt hat
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Die letzten Tage bin ich immer schon eine ganze Weile vor meiner Familie aufgestanden. Habe mich auf die Couch gekuschelt, Luft rein und den Hund rausgelassen. Mit einem Kaffee in der einen und dem Buch Hummelhirn von Judith Holofernes in der anderen, bin ich abgetaucht.
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Es war schnell in den Abläufen und Wechseln (gut fßr mein ADHS Gehirn) und so schÜn langsam in der Tiefe. Sooo viele echte menschliche Erfahrungen: sich anders fßhlen, sich anpassen wollen, sich verlieren, sich beobachten, sich irgendwie durchschlagen.
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Gerade mit ADHS kennt man oft dieses Gefßhl, irgendwie mehr zu spßren, keine gerade Geschichte zu erzählen, schneller zu denken, anders zu reagieren und sich dabei gleichzeitig ständig zu hinterfragen. Beim Lesen hatte ich oft das Gefßhl: Ja, genau so kann sich das anfßhlen. Nicht als Diagnosebeschreibung, sondern als gelebtes Erleben. Das fand ich stark, entlastend und an vielen Stellen auch einfach schÜn.
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Es gibt nicht vor, eine glatte Geschichte zu erzählen.
Bis vor ein paar wenigen Jahren war ich selbst als Sängerin einer Coverband unterwegs und musste ebenfalls ein jähes Ende dieser Karriere erfahren. So hat mich Hummelhirn auch auf einer ganz eigenen Ebene angesprochen.
Bis vor ein paar wenigen Jahren war ich selbst als Sängerin einer Coverband unterwegs und musste ebenfalls ein jähes Ende dieser Karriere erfahren. So hat mich Hummelhirn auch auf einer ganz eigenen Ebene angesprochen.
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Man steht irgendwie sichtbar da, soll präsent, klar, professionell sein und gleichzeitig passiert innen so viel mehr.
Genau dieses Spannungsfeld spĂźre ich in Judith Holofernesâ Buch sehr deutlich. Es hat mich an Momente erinnert, in denen ich selbst versucht habe, nach auĂen souverän zu wirken, während innen längst alles in Bewegung war.
Genau dieses Spannungsfeld spĂźre ich in Judith Holofernesâ Buch sehr deutlich. Es hat mich an Momente erinnert, in denen ich selbst versucht habe, nach auĂen souverän zu wirken, während innen längst alles in Bewegung war.
Auf einer BĂźhne zu stehen bedeutet ja nicht nur, performen zu kĂśnnen. Es bedeutet auch, sich zu zeigen, angreifbar zu sein, Erwartungen zu erfĂźllen und gleichzeitig bei sich zu bleiben. Während man ohnehin fein wahrnimmt, schnell Ăźberreizt ist oder innerlich oft mehr los ist, als man nach auĂen zeigt.
Genau dieses Dazwischen hat Judith Holofernes fĂźr mich sehr gut getroffen ohne dabei pathetisch zu sein.
Wie oft dachte ich als Kind und Jugendliche: Das muss doch allen so gehen? Und erst jetzt merke ich: Nope, ich war tatsächlich anders. Ich hatte beim Lesen mehrfach das GefĂźhl, dass sie etwas beschreibt, das viele von uns kennen, aber nicht immer so gut in Worte fassen kĂśnnen, wenngleich ihre Tagebucheinträge genau so klangen wie die meines 13-jährigen Ichs. Ich habe mich hier oft gefragt, wie sich wohl heutige TagebĂźcher zeigen wĂźrdenâŚ
Wie oft dachte ich als Kind und Jugendliche: Das muss doch allen so gehen? Und erst jetzt merke ich: Nope, ich war tatsächlich anders. Ich hatte beim Lesen mehrfach das GefĂźhl, dass sie etwas beschreibt, das viele von uns kennen, aber nicht immer so gut in Worte fassen kĂśnnen, wenngleich ihre Tagebucheinträge genau so klangen wie die meines 13-jährigen Ichs. Ich habe mich hier oft gefragt, wie sich wohl heutige TagebĂźcher zeigen wĂźrdenâŚ
Judith Holofernes sagt nie: Ich habe ADHS und doch meine ich es zwischen den Zeilen lesen zu kÜnnen. Aber das mag daran liegen, dass die zärtliche Schreibweise einen einfach auffängt und einsaugt und dir sagt, du bist nicht allein. Und so mÜgen sich mit Sicherheit auch andere Menschen mit hummeligen Gehirnen angesprochen fßhlen.
Dieses Buch summt auch dann weiter, nachdem man es längst zugeklappt hat.


